Welche Probleme bringt "Digital Radio Mondiale"?


letzte Aktualisierung: 21.07.2007

Der neue digitale Übertragungsstandard Digital Radio Mondiale (DRM) soll auf Kurz- Mittel- und Langwelle nach und nach das bisherige analoge Übertragungsverfahren, die Amplitudenmodulation (AM), ablösen.

Befürworter der Digitalisierung weisen auf die im Vergleich zu den konventionellen AM-Sendungen deutlich verbesserte Audioqualität, senderseitige Energieeinsparungen von 40% sowie die Möglichkeit, zusätzliche Datendienste zu übertragen, hin. Sie erhoffen sich dadurch eine Renaissance des Kurz-, Mittel- und des Langwellenbereichs.

Trotz dieser unbestreitbaren Vorteile wird das Thema DRM-Einführung in verschiedenen Webforen zum Teil sehr kritisch und kontrovers diskutiert. Die neue Technik hat offensichtlich nicht nur Vorteile sondern bringt auch einige Probleme mit sich.

Die Argumente, die für DRM sprechen, sind auf der offiziellen Seite des DRM-Konsortiums und auf einigen von DRM-Freunden betriebenen Webseiten ausführlich dargelegt. Die Argumente der DRM-Kritiker sind über verschiedene Internetforen verstreut und nur mit Aufwand zu finden. Diese Webseite versucht, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die mit DRM einhergehenden Probleme darzustellen. Ergänzungen, Kommentare und Kritik sind willkommen.

 

 

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Um die Beinträchtigungen des Empfangs von herkömmlichen AM-Sendern durch die breitbandigen DRM-Signale auf ein Minimum zu beschränken, könnte man den DRM-Sendern exklusive Frequenzbereiche zuweisen. Zumindest auf Kurzwelle sollte eine solche Aufteilung aufgrund des im Vergleich zur Mittelwelle relativ großen "Platzangebots" machbar sein. Wenn keine zusätzlichen Frequenzbereiche für DRM-Rundfunk zu Verfügung gestellt werden können, wäre auch eine Trennung innerhalb der bestehenden Rundfunkbänder möglich.
Auf Glenn Hausers renommierter Webseite "World of radio" wird berichtet, dass der Vorsitzende des technischen DRM-Kommitees, Don Messer, auf einen entsprechenden Vorschlag angesprochen, erwiderte "that would kill DRM" [das wäre das Aus für DRM]. Sollte diese Aussage tatsächlich so getätigt worden sein, kann man daraus eigentlich nur schließen, dass DRM aus eigener Kraft sich nicht am Markt durchsetzen kann. Es bedarf dazu massiver Störungen des AM-Rundfunks.

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Der Hauptvorteil von DRM besteht in einer verbesserten Audioqualität, die jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen erreicht wird. Dieser Vorteil wird durch einige Nachteile erkauft. Bisher ist Digital Radio Mondial sowohl wegen des dünnen Programmangebots als auch des dürftigen Angebots an Empfängern weitgehend eine Veranstaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Angesichts des bereits heute schon überbordenden Medienangebots kann sich die Frage aufdrängen, ob mit DRM ein nicht vorhandenes Problem gelöst wird.

Ob sich DRM auf breiter Front durchsetzen kann, ist auch 2 Jahre nach Aufnahme des Regelbetriebs offen. Das ebenfalls mit vollmundigen Versprechungen gestartete Projekt "Digitales Satelliten Radio" (DSR) wurde inzwischen sang- und klanglos eingestellt. Digital Audio Broadcasting (DAB) führt in Deutschland seit Jahren ein Mauerblümchendasein. Hier sind erste Absetzbewegungen bei Rundfunkanstalten und Landesmedienanstalten bereits sichtbar. Man versucht unter dem neuen Namen Digital Radio einen neuen Start. In Schweden wurde sogar beschlossen, DAB-Sendungen landesweit einzustellen.

Es ist nicht auszuschließen, dass aufgrund der zunehmenden Störungen durch DRM vor allem die Kurzwelle weiter an Attraktivität verliert. Schließlich wird der überwiegende Teil der Hörer noch lange konventionelles AM hören.




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